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Ukraine stärkt Verteidigungsindustrie mit Norwegen

Ukraine und Norwegen haben ihre Verteidigungszusammenarbeit durch Vereinbarungen zur Stärkung der ukrainischen Munitionsproduktion und Qualitätssicherung von Verteidigungsmaterial vertieft, um Ukraine selbstversorgend zu machen und die Qualität gemeinsamer Projekte sicherzustellen.

Ukraine stärkt Verteidigungsindustrie mit Norwegen

Am Rande des JEF-Treffens (Joint Expeditionary Force) in Bodø (Nordnorwegen) haben die Ukraine und Norwegen ihre Verteidigungskooperation durch zwei neue Abkommen vertieft. Eines betrifft den Aufbau einer ukrainischen Munitionsproduktion gemeinsam mit dem norwegischen Unternehmen Nammo. Das andere ist ein staatliches Abkommen zur Qualitätssicherung von Verteidigungsmaterial.

Der ukrainische Verteidigungsminister Denys Shmyhal nahm an der Unterzeichnung gemeinsam mit seinem norwegischen Amtskollegen Tore O. Sandvik teil.

Das norwegische Verteidigungsunternehmen Nammo und ein ukrainischer Partner haben eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet, um ein gemeinsames Unternehmen in der Ukraine zur Produktion, Entwicklung und zum Verkauf von Munition zu gründen. Hintergrund ist eine frühere Zusammenarbeit, bei der Nammo mit norwegischer Finanzierung Technologie und Wissen zur Artilleriemunition übertragen hat, die in der Ukraine in Lizenz produziert wird.

– Die Zusammenarbeit von Nammo und Norwegen mit der Ukraine war sehr erfolgreich. Wir sind stolz darauf, nun den nächsten Schritt zu gehen, sagt Nammos Geschäftsführer Morten Brandtzæg.

Das neue Abkommen weitet die Zusammenarbeit auf weitere Munitionstypen aus und umfasst auch wichtige Vorleistungsgüter wie Treibstoffe und Chemikalien. Das Ziel ist, dass die Ukraine in der gesamten Munitionsversorgungskette selbstversorgend wird.

– Dass die Ukraine ihr eigenes Verteidigungsmaterial herstellen kann, ist entscheidend für ihre Widerstandsfähigkeit, kommentiert Verteidigungsminister Tore O. Sandvik.

Gleichzeitig haben die Länder ein Memorandum zur gegenseitigen Qualitätssicherung von Verteidigungsmaterial (Government Quality Assurance, GQA) unterzeichnet. Das Abkommen basiert auf NATO-Standards und sieht vor, dass die Länder Qualitätskontrollen von Verteidigungsmaterial durchführen können, das im Rahmen bilateraler Abkommen produziert oder geliefert wird.

So können beispielsweise norwegische Inspektoren in Norwegen für die Ukraine hergestelltes Material prüfen, während ukrainische Inspektoren Entsprechendes bei ukrainischen Exporten nach Norwegen durchführen können.

– Dies ist ein wichtiger Schritt in unserer vertieften Zusammenarbeit mit der Ukraine. Das Abkommen schafft Sicherheit in gemeinsamen Projekten und garantiert, dass wir uns auf die Qualität des gelieferten Materials verlassen können, sagt Sandvik.

Auf norwegischer Seite ist Forsvarsmateriell (FMA), die norwegische Behörde für Verteidigungsmaterial, die zuständige Behörde. Auf ukrainischer Seite übernimmt das Verteidigungsministerium die entsprechende Rolle.