Der Rikshemvärnsting 2025 (Nationale Heimwehr-Versammlung) in Sundsvall (Mittelschweden) versammelte über 160 Delegierte aus dem ganzen Land, um Anträge, Beschlüsse und Zukunftsfragen zu behandeln. Das Thema lautete Wachstum, Professionalisierung und internationale Zusammenarbeit.

Der Artikel basiert auf Ausschnitten aus dem Rikshemvärnsting 2025, der live über den YouTube-Kanal der Zeitschrift Tidningen Hemvärnet übertragen wurde.

Links zu den Übertragungen finden sich am Ende des Artikels.

Während der Verhandlungen am Freitag betonte der Chef des Schwedischen Heimwehrs (Rikshemvärnschefen) die Bedeutung des Wachstums und stellte klar, dass das Heimwehr heute einen Teil der Kernstruktur der schwedischen Verteidigungsfähigkeit bildet – und keine Unterstützungsfunktion.

– Wir werden nicht durch Pflicht vereint, sondern durch den Willen – den Willen, aufzustehen, beizutragen und Verantwortung zu übernehmen, wenn es wirklich darauf ankommt, sagte der Heimwehrchef in seiner Eröffnungsrede bei der Versammlung.

Es wurde beschlossen, dass das Heimwehr in den kommenden Jahren um mehrere tausend Soldaten wachsen soll. Die fünfwöchige Grundausbildung FMUN (Frivillig militär grundutbildning utan värnplikt – Freiwillige militärische Grundausbildung ohne Wehrpflicht) wird nach den Versuchen in Härnösand (Nordschweden) dauerhaft in allen Militärregionen eingeführt. Das Programm wurde als ergänzender Weg ins Heimwehr für Zivilisten mit dem Willen zum Dienst hervorgehoben.

In der Rede wurde auch über eine erweiterte internationale Zusammenarbeit durch die Netzwerke Scandia und Scanbal berichtet, sowie über ein neues Memorandum of Understanding (MoU) mit den baltischen Staaten für Kurs- und Übungsaustausche. Schwedische Heimwehrverbände nahmen zudem an einer Winterübung auf Grönland gemeinsam mit Dänemark und Norwegen teil – der ersten ihrer Art.

Der Heimwehrchef hob Schwedens Beitrag zur Ausbildung ukrainischer Soldaten im Rahmen der Operation Interflex als internationalen Durchbruch für das Heimwehr hervor:

– Unsere Pädagogik und unsere Führungskultur wurden als Vorbild hervorgehoben, sagte sie während der Rede.

Führung, Kultur und innere Entwicklung wurden als entscheidend für die Zukunft hervorgehoben. Der Heimwehrchef rief zu einem offenen Klima auf und betonte die Bedeutung von Vertrauen innerhalb der Verbände:

– Wir sollen uns nicht vor unseren Kameraden schützen müssen – wir sollen einander stärken.

Der Samstag war geprägt von Reden der höchsten Führungsebenen der Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) und der Politik.

Der Oberbefehlshaber (Överbefälhavaren) betonte Ehre, Mut und Offenheit in der Führung und beschrieb die Arbeit des Heimwehrs als zentral für die nationale Verteidigungsfähigkeit:

– Es braucht Mut zu kämpfen, aber noch größeren Mut, ehrlich zu sein, sagte der Oberbefehlshaber in seiner Rede.

Verteidigungsminister Pål Jonson übermittelte eine Videobotschaft, in der er dem Heimwehr für den Einsatz in der Operation Interflex dankte und die Bedeutung des Freiwilligenprinzips für Europas gemeinsamen Sicherheitsaufbau betonte.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Peter Hultqvist, schilderte eine verschlechterte Sicherheitslage, Cyberangriffe und Sabotage gegen kritische Infrastruktur. Er hob die Bedeutung der regionalen Koordination innerhalb der NATO hervor und bezeichnete den nordischen Raum, das Baltikum und Polen als „eine operative Einheit", in der Schweden im Kriegsfall eine zentrale Rolle in Logistik und Transport übernimmt.

Insgesamt wurden 248 Anträge behandelt; die Beschlüsse umfassten unter anderem:


  • fortlaufende Überprüfung der Vergütungsniveaus und Personalkonditionen,
  • Klärung der Rehabilitierungsverantwortung bei Verletzungen während des Dienstes,
  • Annahme mehrerer Anträge zur persönlichen Ausrüstung und zum Übungsmaterial,
  • Unterstützung für die Weiterentwicklung von Simulator- und Drohnensystemen.

Die Versammlung wurde mit einer Medaillenzeremonie abgeschlossen, bei der die Königliche Verdienstmedaille des Heimwehrs (Hemvärnets Kungliga Förtjänstmedalj) an mehrere Offiziere und gewählte Vertreter verliehen wurde.

– Was Sie im Heimwehr leisten, stärkt nicht nur unsere Verteidigung – es stärkt Schweden, sagte der Oberbefehlshaber anlässlich der Verleihung.