Dänemark ist dem NATO-AGS-Expansion-Initiativprogramm beigetreten, das die Fähigkeiten des Bündnisses im Bereich Nachrichtenwesen, Überwachung und Aufklärung (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance, ISR) stärken soll. Gleichzeitig gibt das dänische Verteidigungsunternehmen Terma an, KI-basierte Lösungen beizusteuern, um die künftige operative Nachrichtendienstarchitektur der NATO weiterzuentwickeln.
Laut einer Pressemitteilung von Terma unterzeichnete Dänemark eine Absichtserklärung (Letter of Intent) zum Beitritt zur AGS Expansion während des NATO Defence Industry Forum in Ankara (Türkei). Das Programm wird als Weiterentwicklung der NATO-Initiative Alliance Ground Surveillance (AGS) beschrieben und soll die ISR-Fähigkeiten des Bündnisses durch eine erweiterte Überwachung unter anderem der Arktis, der Ostsee und anderer strategisch wichtiger Gebiete stärken.
Terma gibt an, dass AGS Expansion eine plattformunabhängige Architektur aufbauen soll, die Daten von luft-, see-, land- und perspektivisch auch weltraumgestützten Sensoren integrieren kann. Ziel ist es, den Informationsaustausch, das gemeinsame Lagebild und die operative Entscheidungsfindung innerhalb der NATO zu verbessern.
Das Unternehmen trägt bereits zum NATO-AGS-Programm mit KI-Modellen für automatische Zielerkennung (Automated Target Recognition, ATR) und automatische Zielidentifizierung (Automated Target Identification, ATID) bei. Im Rahmen von AGS Expansion soll Terma zudem KI-basierte Trainingstools entwickeln, die es der NATO und den teilnehmenden Ländern ermöglichen, die Modelle entsprechend operativer Anforderungen weiterzuentwickeln.
„Modernes Verteidigungswesen wird nicht länger durch die Fähigkeit zur Informationsgewinnung begrenzt. Die Herausforderung besteht darin, große Datenmengen schnell genug in operative Nachrichteninformationen umzuwandeln, damit militärische Entscheidungsträger handeln können", sagt Steen Hommel, Executive Vice President Government & Partnerships bei Terma, in der Pressemitteilung des Unternehmens.
Laut NATO werden Absichtserklärungen als erster Schritt bei der Etablierung neuer multinationaler Fähigkeitsprojekte genutzt. Darauf folgt in der Regel ein Memorandum of Understanding (Absichtserklärung mit verbindlichem Charakter), das die weitere Zusammenarbeit regelt, bevor die Projekte in die Umsetzungsphase eintreten.

