Eine staatliche Untersuchung (SOU 2026:16) schlägt vor, dass Schweden 2026 seine erste umfassende Verteidigungsexportinitiative startet. Die Initiative läuft bis 2030 und umfasst 300 Millionen Schwedische Kronen für einen neuen thematischen Bereich innerhalb von Team Sweden mit dem Namen Team Sweden Defence & Security. Der Vorschlag wurde vom Untersuchungsleiter Pär Ahlberger im März 2026 nach mehr als einem Jahr Untersuchungsarbeit vorgelegt.

Die Untersuchung stellt fest, dass die staatliche Exportförderung von Fragmentierung, Reaktivität und Ressourcenmangel geprägt ist. Seit der Auflösung der Verteidigungsexportbehörde im Jahr 2015 fehlt eine kohärente strategische Ausrichtung. Russlands Invasion der Ukraine und Schwedens NATO-Beitritt im März 2024 haben den Bedarf weiter verschärft: Mehr Länder fordern zwischenstaatliche Geschäfte, und Käuferländer verlangen zunehmend, dass der schwedische Staat als Garant auftritt.

– Der Export stärkt nicht nur die Wachstumsmöglichkeiten der Unternehmen, sondern auch Schwedens Kompetenz, Kapazität und Relevanz als Partner. In einer gefährlicheren Welt ist es ein sicherheitspolitischer Vorteil, dass unsere Verteidigungsunternehmen international wettbewerbsfähig sind, sagt Robert Limmergård, Generalsekretär des Verbandes der Sicherheits- und Verteidigungsunternehmen (SOFF), in einer Stellungnahme der Organisation.

Der schwedische Export von Kriegsmaterial belief sich 2024 auf 29 Milliarden Schwedische Kronen, was laut Untersuchung den höchsten Wert aller Zeiten darstellt und einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber 2023 entspricht. Die 350 Mitgliedsunternehmen von SOFF erzielten im selben Jahr einen Gesamtumsatz von 99,7 Milliarden Schwedischen Kronen, ein Anstieg von 56 Prozent.

– Die erfolgreiche Umsetzung einer effektiven Förderarbeit im Verteidigungsbereich stellt eine der größten Herausforderungen für die staatliche Handelsförderung in der modernen Zeit dar, schreibt Untersuchungsleiter Pär Ahlberger im Gutachten.

Die Untersuchung schlägt eine neue Verordnung über Exporttätigkeiten im Verteidigungsbereich vor, die die Regelungen für die Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV – Försvarets materielverk), die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) und das Schwedische Verteidigungsforschungsinstitut (FOI – Totalförsvarets forskningsinstitut) in einem einzigen Dokument zusammenfasst, mit Inkrafttreten am 1. Oktober 2026. Exportkampagnen sollen vom Verteidigungsministerium beschlossen werden. Der FMV wird eine erweiterte Koordinierungsverantwortung und proaktive Analysearbeit vorgeschlagen. Die Antragsgebühr von 15.000 Schwedischen Kronen für Exportunterstützung soll abgeschafft werden.

– Auf dem Verteidigungsmarkt beruhen Geschäfte auf Vertrauen über die Zeit. Das Vertrauen in die Unternehmen hängt eng mit dem Vertrauen in die Politik, die Institutionen und die Fähigkeit des exportierenden Landes zusammen, ein langfristiger und glaubwürdiger Partner zu sein. Daher bedarf es einer staatlichen Exportförderung, die koordiniert, vorhersehbar und proaktiv ist, sagt Robert Limmergård.

Team Sweden Defence & Security soll gemeinsam vom Außenministerium und vom Verteidigungsministerium geleitet werden und Verteidigungsbehörden, EKN (Exportkreditnämnden – Schwedische Exportkreditgarantiebehörde), SEK (Svensk Exportkredit – Schwedische Exportkreditbank), Business Sweden sowie regionale Verteidigungscluster umfassen. Die 300 Millionen Schwedischen Kronen sollen unter anderem 15 schwedische Messestände auf Verteidigungsmessen, 25 bilaterale Verteidigungsmarkttage und etwa zehn Industriedelegationen im Zeitraum 2026–2030 finanzieren.

Die Untersuchung hebt hervor, dass die Exportförderung in ihrer derzeitigen Form hauptsächlich den großen Verteidigungsunternehmen zugutegekommen ist. SOFF teilt diese Einschätzung und ist der Ansicht, dass die Initiative auch für kleine und mittlere Unternehmen funktionieren muss.

– Es ist entscheidend, dass das gesamte Ökosystem funktioniert. Es geht nicht nur um die großen Plattformen, sondern auch um die vielen kleineren Unternehmen, die Technologie, Komponenten, Dienstleistungen und Innovation beisteuern. Wenn Schweden international erfolgreich sein will, müssen auch diese angemessene Voraussetzungen haben, um sich Gehör zu verschaffen, sagt Limmergård.

Zunächst wird vorgeschlagen, acht Auslandsvertretungen bei wichtigen Verbündeten und Partnerländern mit Verteidigungsmarkthubs zu verstärken, bestehend aus Verteidigungsindustrieattachés und Verteidigungsförderungsbüros. Die Koordinierungsfunktion für Verteidigungsmaterialexporte beim Außenministerium soll zu einem Sekretariat ausgebaut werden, und eine exportkoordinierende Funktion soll beim Verteidigungsministerium eingerichtet werden, die mit dem Direktor für Verteidigungsmaterial (NAD) verknüpft ist.

SEK und EKN sollen ein ausdrückliches Mandat erhalten, zwischenstaatliche Verteidigungsgeschäfte zu unterstützen. Die Verordnungen über Exportkreditfinanzierung und Exportkreditgarantie sollen dahingehend geändert werden, dass staatliche Verteidigungsexporte ausdrücklich einbezogen werden.

SOFF betont, dass Exportkontrolle und Exportförderung getrennte Angelegenheiten sind. Die Exportkontrolle soll weiterhin streng und rechtsstaatlich sein. Die staatliche Förderung sollte innerhalb der Rahmenbedingungen entwickelt werden, die das schwedische Recht und die Sicherheitspolitik vorgeben.

Das Gutachten wurde Staatsminister Pål Jonsson übergeben und geht nun in die Anhörungsphase. Die Untersuchung schlägt vor, dass haushaltsmäßige Verstärkungen über den Nachtragshaushalt für das Frühjahr 2026 eingeleitet werden.