Norwegen stellt dem von der NATO geführten Mechanismus PURL (Prioritised Ukraine Requirements List) rund 2,8 Milliarden norwegische Kronen zur Verfügung, um militärische Unterstützung für die Ukraine zu finanzieren. Sowohl die norwegische Regierung als auch das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigen, dass die Mittel unter anderem für Luftabwehrsysteme und Patriot-Raketen eingesetzt werden sollen.
PURL, die Prioritised Ukraine Requirements List, ist das NATO-Programm zur Koordinierung der Finanzierung und Lieferung amerikanischen Militärmaterials an die Ukraine. Nach Angaben der norwegischen Regierung hat die Ukraine für 2026 insbesondere Luftabwehrsysteme, Drohnen und weitreichende Artilleriemunition angefordert.
„Gemeinsam mit europäischen Partnern finanziert Norwegen militärische Unterstützungspakete aus den USA für den Verteidigungskampf der Ukraine. Jetzt erhalten wir einen weiteren wichtigen Beitrag. Ich hoffe, dass weitere europäische Länder dazu beitragen werden, dass die Ukraine schnell wichtige militärische Ausrüstung geliefert bekommt", sagt Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre in einer Pressemitteilung der norwegischen Regierung.
Nach Angaben der norwegischen Regierung hat Norwegen insgesamt mehr als 12,5 Milliarden norwegische Kronen über PURL beigetragen. Das norwegische Parlament (Storting) hat zugleich über weitere militärische Unterstützung für die Ukraine in Höhe von insgesamt 70 Milliarden norwegischen Kronen für 2026 entschieden.
„Das PURL-Programm ist das wirksamste Instrument, um die ukrainischen Streitkräfte mit kritischen Waffen zu versorgen, die die Ukraine benötigt, beispielsweise Patriot-Raketen", sagt Norwegens Verteidigungsminister Tore O. Sandvik.
In einer gesonderten Erklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums wird angegeben, dass die neue norwegische Finanzierung rund 302 Millionen US-Dollar entspricht und das Paket unter anderem Patriot-Raketen sowie Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung umfasst.
Bei einem Treffen in Oslo (Norwegen) dankte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorov Norwegen und Ministerpräsident Jonas Gahr Støre für die Unterstützung. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums erörterten die Parteien auch die Zusammenarbeit bei der Drohnenproduktion, weitreichende Munition im Rahmen der sogenannten tschechischen Munitionsinitiative sowie die Entwicklung von Luftabwehrsystemen.
Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums stellte Fedorov auch die ukrainische Verteidigungsstrategie Vertretern des nordischen Verteidigungskooperationsformats NORDEFCO (Nordic Defence Cooperation) vor. Dabei wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Drohnen, Munition, ballistische Luftverteidigung und Raumfahrttechnologie hervorgehoben.
Während des Besuchs traf Fedorov auch den norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg Gruppen zu Gesprächen über die weitere Entwicklung des Luftabwehrsystems NASAMS (Norwegian Advanced Surface-to-Air Missile System) sowie über Raketenlieferungen für die Systeme vor dem Winter.

