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Norwegen und Großbritannien planen neue Schiffe
Norwegen und Großbritannien führen derzeit eine Marktuntersuchung durch, um gemeinsam bis zu 30 neue Schiffe für Küsteneinsätze ihrer Marinekommandos zu beschaffen. Die Plattformen, deren Bau in Norwegen geplant ist, sind das Ergebnis der militärischen Zusammenarbeit der beiden Länder im Rahmen des Lunna-House-Abkommens.
Norwegen und Großbritannien evaluieren eine gemeinsame Beschaffung von bis zu 30 neuen Schiffen für Küstenoperationen im Rahmen des Programms Joint Commando Craft. Die Initiative soll die Fähigkeit beider Länder stärken, gemeinsam in anspruchsvollen maritimen Umgebungen im Nordatlantik zu operieren.
– Norwegen und Großbritannien pflegen eine sehr enge Verteidigungskooperation, sagt Norwegens Verteidigungsminister Tore O. Sandvik in einer Pressemitteilung der norwegischen Verteidigungsbeschaffungsbehörde Forsvarsmateriell (FMA). Durch die Entwicklung einer gemeinsamen Fähigkeit für Küstenoperationen stärken wir unsere Interoperabilität im Nordatlantik und in den nördlichen Gebieten.
Die Schiffe werden bis zu 24 Meter lang sein und eine Wasserverdrängung von maximal 60 Tonnen aufweisen; sie sollen in der Lage sein, mehrere Tage lang selbstständig zu operieren. In Norwegen werden die Plattformen vom Kystjegerkommandoen (norwegisches Küstenjägerkommando) eingesetzt, während sie in Großbritannien die UK Commando Force unter Führung der Royal Marines unterstützen sollen. Das Ziel ist es, dass die Schiffe gegenüber heutigen Entsprechungen eine verbesserte Geschwindigkeit, Ausdauer, Überlebensfähigkeit und Manövrierfähigkeit bieten.
Die Länder haben nun eine Markterhebung in Form eines Request for Information (RFI – Informationsanfrage) herausgegeben, um technische Lösungen, mögliche Lieferzeiten und Produktionskapazitäten zu ermitteln. Laut FMA ist geplant, die Schiffe auf norwegischen Werften zu bauen; der RFI soll den Parteien eine erste Entscheidungsgrundlage für die Designalternativen liefern.
– Durch die Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Kommandoschiff-Fähigkeit stärken wir unsere Fähigkeit, in wichtigen maritimen Gebieten Seite an Seite zu operieren. Diese Initiative wird das Lagebewusstsein und die Interoperabilität verbessern, sagt Flotillenadmiral Stein Håvard Bergstad, Leiter der maritimen Fähigkeiten bei der FMA.
Das Beschaffungsprogramm ist Teil der vertieften Verteidigungskooperation zwischen den Nationen, die im Dezember durch das Lunna House-Abkommen formalisiert wurde. NDS (Nordic Defence Sector) hat zuvor über die erweiterte Zusammenarbeit beider Länder berichtet, darunter ein Hubschrauberabkommen sowie eine verstärkte britische Truppenpräsenz in Norwegen. Diese Vereinbarung ermöglicht laut FMA eine Weiterentwicklung der gemeinsamen militärischen Fähigkeiten durch Investitionen in unter anderem autonome Schiffe, unbemannte Systeme zur Minensuche und Interoperabilität in der Arktis.