Schweden entscheidet sich für den Beitritt zu einem Programm, bei dem die ersten beiden Fregatten bereits an die französische und die hellenische Marine ausgeliefert wurden. NDS besuchte die Werft von Naval Group in Lorient (Westfrankreich) und sprach mit Jean-Marie Dorbon, FDI-Programmdirektor bei Naval Group, der dies als den wichtigsten Vorteil für Schweden bezeichnet.

– Der Vorteil, einem bestehenden Programm beizutreten, besteht darin, dass man eine risikofreie Lösung übernimmt. Wir haben nun die ersten beiden Fregatten an zwei verschiedene Marinen geliefert, die französische und die hellenische. Wie der Chef des französischen Marinestabes sagte, sind noch einige Feinabstimmungen vorzunehmen, aber die Arbeit an dieser Feinabstimmung wurde von früheren Kunden durchgeführt. Schweden wird direkt von den Serieneffekten profitieren, sagt Dorbon.

Er beschreibt weiter, wie die Werft in Lorient in einem kontinuierlichen industriellen Prozess tätig ist, bei dem die Produktionsrate je nach Auftragslage angepasst werden kann.

Schwedische Systeme innerhalb des Konstruktionsrahmens

Auf die Frage nach der Integration schwedischer Systeme wie RBS 15, Torpedo 47, Saab-Sensoren und Bofors-Geschützen erklärt Dorbon, dass die Fregatte des Typs FDI (Frégate de Défense et d'Intervention) von Anfang an mit Platz für zusätzliche Sensoren, Waffen und andere Systeme konzipiert wurde. Er weist darauf hin, dass die französische Marine nun zusätzliche Raketenwerfer auf dem Schiff Amiral Ronarc'h nachrüsten möchte.

– Wir haben einen gemeinsamen FDI-Kern, der auf zwei Hauptsystemen aufbaut, in erster Linie dem Luftverteidigungssystem und den U-Boot-Abwehrsensoren, sagt Dorbon.

Interoperabilität mit den Korvetten der Visby-Klasse

Dorbon erklärt, dass die Zusammenarbeit mit Saab Teil der Bemühungen ist, sicherzustellen, dass Besatzungen, die mit anderen Plattformen vertraut sind, die Schiffe bedienen können. Er weist darauf hin, dass Schweden NATO-Standards für taktische Datenverbindungen übernommen hat, was die Interoperabilität mit den Korvetten der Visby-Klasse erleichtert, die Schweden bereits betreibt.

– Die technischen Standards stellen sicher, dass die Schiffe zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit mit Saab stellt sicher, dass das Personal sie bedienen kann, sagt Dorbon.

Wachsendes Auftragsbuch, aber mindestens vier Schiffe für Schweden

Frankreich bestellte seine fünfte FDI im März 2026 und Griechenland seine vierte im November 2025. Dorbon argumentiert, dass der schwedische Auftrag nicht im Widerspruch zu anderen Kunden steht, sondern die Produktionsrate stabilisiert.

– Ohne den schwedischen Auftrag würde die Werft eine Fregatte pro Jahr bauen. Mit dem schwedischen Auftrag baut die Werft zwei Fregatten pro Jahr. Das ist kein Problem, sagt Dorbon.

Auf die Frage, ob der schwedische Auftrag auf vier Schiffe begrenzt ist oder ob Optionen für zusätzliche Einheiten bestehen, gibt Dorbon eine Antwort, die die Tür für einen erweiterten Auftrag öffnet.

– Heute sind es vier, aber selbstverständlich sind wir in der Lage, auf den Bedarf des Kunden einzugehen, sagt Dorbon.

Skalierung erfordert neue Partner, und die Frage Dänemarks

Auf die Frage nach einem möglichen dänischen Auftrag macht Dorbon deutlich, dass eine Ausweitung der Produktion über die aktuelle Rate hinaus zusätzliche Industriepartner erfordert. Er weist darauf hin, dass Blöcke für die hellenischen und französischen Fregatten bereits in Griechenland produziert werden und dass die industrielle Kapazität durch die Fertigung von Komponenten durch Partner an anderen Standorten erweitert werden kann, wobei die Endmontage in Lorient erfolgt.

– Wenn Sie fragen, ob ich 2027 drei Fregatten liefern kann, lautet die Antwort nein. Wenn Sie fragen, ob wir ab 2030 mit einer Produktionssteigerung beginnen können, lautet die Antwort ja, aber wir müssen Partner hinzuziehen, sagt Dorbon.

Auf die Nachfrage, ob er damit den Beginn der Produktion oder die Lieferung im Jahr 2030 meint, ist die Antwort eindeutig.

– Liefern. Liefern im Jahr 2030, sagt Dorbon.

Er beschreibt, wie Naval Group den Rumpf und den integrierten Aufbau getrennt baut, was die Möglichkeit einer geografischen Aufteilung der Produktion eröffnet.

– Heute produzieren wir beide Teile in Lorient. Morgen können wir uns vorstellen, einen Teil anderswo zu produzieren und die abschließende Integration hier durchzuführen. Das ist auch ein Weg zur Beschleunigung, sagt Dorbon.