Die NATO intensiviert ihre Maßnahmen in der Ostsee durch die Operation Baltic Sentry 2025. Ziel ist der Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur sowie die Bekämpfung von Sabotage und hybriden Aktivitäten.

Baltic Sentry umfasst eine verstärkte militärische Präsenz in der Region, bei der Kriegsschiffe, U-Boote und Flugzeuge gemeinsam mit fortschrittlicher Überwachungstechnologie die Überwachung von Unterwasserkabeln und Pipelines stärken sollen, die für die Energieversorgung und Kommunikation von entscheidender Bedeutung sind. Dies geht aus einer Pressemitteilung des NATO Allied Maritime Command (MARCOM) hervor.

Als Teil des Einsatzes stellt Schweden Ressourcen der Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) und der Schwedischen Küstenwache (Kustbevakningen) bereit, nachdem die Regierung am 9. Januar einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Die Regierung hat die Schwedischen Streitkräfte beauftragt, bis zu drei Kriegsschiffe sowie ein Luft- und Seeüberwachungsflugzeug vom Typ ASC 890 der NATO zur Verfügung zu stellen. Die Küstenwache beteiligt sich mit vier Schiffen zur Überwachung von Prioritätsgebieten, während weitere sieben Schiffe in Bereitschaft gehalten werden. Dies geht aus einer Pressemitteilung des schwedischen Verteidigungsministeriums hervor.

– Mit dem schwedischen Beitrag sowohl der Schwedischen Streitkräfte als auch der Küstenwache demonstriert Schweden seine starke Unterstützung und Beteiligung an der Stärkung der Sicherheit in der Ostsee, sagte Verteidigungsminister Pål Jonson (M) in der Pressemitteilung.

Gestern trafen sich die Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Länder sowie der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz und NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu einem Gipfeltreffen in Helsinki (Finnland), dem Baltic Sea NATO Allies Summit, der vom finnischen Präsidenten Alexander Stubb gemeinsam mit dem estnischen Premierminister Kristen Michal ausgerichtet wurde.

– Wir werden entschlossen reagieren, wenn die kritische Infrastruktur in unserer unmittelbaren Nachbarschaft gefährdet ist. Ihr Schutz erfordert sowohl nationale als auch internationale Maßnahmen. Die NATO-Mitgliedstaaten an der Ostsee sind sich in dieser Frage sehr einig, sagte Präsident Stubb in einer Pressemitteilung der Kanzlei des Präsidenten der Republik Finnland.

Laut der Pressemitteilung haben sich die Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder in der Ostseeregion darauf geeinigt, alle nach internationalem Recht zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um der Bedrohung durch die Schattenflotte entgegenzuwirken.

In einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs wird betont, dass es entscheidend sei, sowohl Abschreckung als auch Verteidigung durch verstärkte Überwachung, Modernisierung der Verteidigungsfähigkeiten und eine stärkere Zusammenarbeit mit privaten Akteuren – einschließlich Infrastrukturanbietern und Technologieunternehmen – zu stärken.

Die Staats- und Regierungschefs betonten die Bedeutung der Bewältigung von Bedrohungen im Zusammenhang mit Russlands sogenannter „Schattenflotte", die als besonderes Risiko für die maritime und ökologische Sicherheit in der Region gilt. Sie einigten sich zudem auf die Einführung neuer Überwachungssysteme und -instrumente zur Erkennung und Reaktion auf potenzielle Bedrohungen. Gemeinsam werden die Länder auf ein regionales Abkommen zum Schutz kritischer Infrastruktur, zur Stärkung der Resilienz sowie zur schnellen Schadensbehebung hinarbeiten.

Darüber hinaus begrüßten sie den Auftrag an Jens Stoltenberg, die Sicherheits- und Verteidigungskooperation in der Region zu analysieren und politische Empfehlungen zu deren Stärkung abzugeben, worüber Försvarssektorn Nyheter bereits berichtet hatte. Stoltenbergs Bericht, der im Juni 2025 vor dem NATO-Gipfel in Den Haag vorgestellt werden soll, zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Ostseestaaten zu stärken und langfristige Lösungen für den Umgang mit Bedrohungen kritischer Infrastruktur und der regionalen Sicherheit zu entwickeln.