MilDef hat ein Memorandum of Understanding (MoU) mit dem amerikanischen Rüstungsunternehmen Lockheed Martin unterzeichnet, um die Luft- und Raumfahrtkooperation im Zusammenhang mit dem taktischen Transportflugzeug C-130J-30 Super Hercules für die schwedische Luftwaffe zu stärken, wie MilDef in einer Pressemitteilung schreibt.

Im April 2023 unterzeichneten Saab und der brasilianische Flugzeughersteller Embraer in Rio de Janeiro eine Absichtserklärung, wonach Saab Embraer dabei unterstützen soll, das neue Transportflugzeug KC-390 Millennium gegenüber der schwedischen Luftwaffe zu vermarkten. Embraer wird seinerseits Saab dabei helfen, mehr Exemplare des Kampfflugzeugs JAS 39 Gripen sowohl an die brasilianische Luftwaffe als auch an potenzielle neue Kunden in Südamerika zu verkaufen.

Die schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) verfügen derzeit über sechs Tp 84, international als C-130H Hercules bekannt, die alle auf dem Fliegerhorst F 7 in Såtenäs (Westschweden) stationiert sind. Die Flugzeuge werden laufend zur Unterstützung des täglichen Betriebs der Streitkräfte eingesetzt, aber auch bei Spezialoperationen wie den Evakuierungen aus Kabul und Sudan.

Im September hielten Verteidigungsminister Pål Jonson (Moderate Sammlungspartei) und die verteidigungspolitischen Sprecher der Tidö-Parteien eine Pressekonferenz ab, um Haushaltsneuigkeiten im Verteidigungsbereich vorzustellen, bevor die Regierung den Haushaltsentwurf dem Reichstag (Riksdag) vorlegen sollte. Mikael Oscarsson (Christdemokraten) erklärte dabei, dass die Frage der Tp 84 eine sei, für die sich "in naher Zukunft eine Lösung herbeiführen" lasse.

Am 20. September übergab die Regierung den Haushaltsentwurf für 2024 an den Reichstag.

Im Ausgabenbereich 6, Verteidigung und zivile Krisenvorsorge, heißt es, dass die "Tp 84 [...] veraltet ist und eine unzureichende Verfügbarkeit aufweist. Um die Fähigkeit zum taktischen Lufttransport aufrechtzuerhalten, muss das Flugsystem ersetzt werden." Der Text beschreibt weiter, wie wichtig die Transportluftfahrtkapazität ist, weshalb eine Beschaffung "zügig" erfolgen müsse.

"Die Bündelung unserer Expertise mit MilDef stärkt Lockheed Martin, während wir unsere Beziehungen zur schwedischen Industrie ausbauen, um Arbeitsplätze und wirtschaftliche Vorteile zu schaffen und gleichzeitig Schwedens Luftmachtauftrag durch unser C-130J-30 Super Hercules-Angebot zu unterstützen", sagt Tony Frese, Vice President of Business Development für Air Mobility & Maritime Missions bei Lockheed Martin, in der Pressemitteilung von MilDef.

Schweden ist der erste europäische Betreiber der C-130 Hercules, die von Lockheed Martin hergestellt wird. Sowohl Norwegen als auch Dänemark haben sich bereits für die C-130J entschieden, ebenso wie mehr als 20 weitere Länder.

MilDef schreibt, dass die beiden Organisationen im Rahmen der Partnerschaft Kooperationsmöglichkeiten identifizieren wollen, bei denen MilDefs Lösungen und Expertise in das globale Luft- und Rüstungsindustrie-Ökosystem von Lockheed Martin integriert werden können. Dagens Industri berichtet, dass die Aktie im frühen Handel an der Stockholmer Börse um 4,1 Prozent steigt.

"Diese Partnerschaft unterstreicht die Bedeutung industrieller Zusammenarbeit, um dem Endkunden die bestmögliche Lösung anbieten zu können. Wir fühlen uns wirklich geehrt, von Lockheed Martin als lokaler Partner für dieses wichtige Programm ausgewählt worden zu sein, und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit", sagt Daniel Ljunggren, Geschäftsführer und Konzernchef der MilDef Group, in der Pressemitteilung.