Der litauische Staatsverteidigungsrat hat die Beschaffung des Patria 6x6 im Rahmen der Bemühungen des Landes genehmigt, bis zum Jahr 2030 eine nationale Division aufzubauen. Der Beschluss umfasst laut dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb 936 Panzerfahrzeuge.
Laut dem litauischen Verteidigungsministerium sollen die Fahrzeuge die älteren Kettenfahrzeuge vom Typ M113 ersetzen und unter anderem für Manöververbände, Führung, Sanitätsdienst, Feuerleitung, Pionierverbände, Fernmeldewesen, Aufklärung sowie CBRN-Aufgaben (Chemisch, Biologisch, Radiologisch und Nuklear) eingesetzt werden.
– Dies ist eine multifunktionale Plattform, in die Luftverteidigungssysteme und weitere Fähigkeiten integriert werden können. Sie wird auch für den militärischen Sanitätsdienst und die Logistik genutzt. Die Beschaffung ist notwendig, um die Funktionsfähigkeit der Division sicherzustellen, erklärt Verteidigungsminister Robertas Kaunas in einer Mitteilung des Ministeriums.
Litauen zufolge spielten NATO-Interoperabilität, Lieferzeit, Kosten sowie Möglichkeiten zur industriellen Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Plattform. Ein Vertrag mit dem ausgewählten Lieferanten soll 2027 unterzeichnet werden, während die Finanzierung der Fahrzeuge bis 2036 geplant ist.
In einer Pressemitteilung von Patria (finnischer Rüstungskonzern) gibt das Unternehmen an, bereit zu sein, im Rahmen des multinationalen CAVS-Programms (Common Armoured Vehicle System, Gemeinsames Gepanzertes Fahrzeugsystem) einen Technologietransfer an die litauische Industrie durchzuführen.
– Unser Ziel ist es, eine langfristige Partnerschaft mit Litauen aufzubauen, sagt Jussi Järvinen, Geschäftsbereichsleiter für Protected Mobility bei Patria.
Er gibt an, dass Patria bereits seit mehr als einem Jahr mit litauischen Industrieunternehmen in den Bereichen Entwicklung, Produktion und Instandhaltungskapazität zusammenarbeitet.
Das CAVS-Programm wurde 2020 von Finnland und Lettland ins Leben gerufen und umfasst heute auch Schweden, Dänemark, Norwegen, Deutschland und Großbritannien. Der Patria 6x6 wird bereits von mehreren Mitgliedsländern eingesetzt und ist zudem in der Ukraine in den operativen Dienst übernommen worden.
Finnlands Präsident Alexander Stubb begrüßte die Entscheidung Litauens in einem Beitrag auf X.
– Präsident Gitanas Nausėda hat heute die Absicht Litauens bestätigt, 936 Radpanzerfahrzeuge von Patria zu erwerben. Eine ausgezeichnete Wahl und ein gutes Beispiel für eine für beide Seiten vorteilhafte rüstungsindustrielle Zusammenarbeit, schreibt Stubb.

