Am vergangenen Freitag war Ministerpräsident Ulf Kristersson (M) Gastgeber eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs auf Gotland (strategische Insel in der Ostsee). Das Treffen fand im Rahmen der regionalen Verteidigungskooperation Joint Expeditionary Force (JEF) statt. Beim Treffen wurden die Lage in der Ukraine sowie Möglichkeiten zur weiteren Stärkung der Zusammenarbeit mit der NATO und zur Entwicklung von Fähigkeiten zur Bewältigung hybrider Bedrohungen erörtert, wie aus einer Pressemitteilung der Staatskanzlei hervorgeht.

Bereits zu Beginn der Woche legte das britische Schiff HMS Diamond am Kreuzfahrtterminal in Visby (Gotland, Schweden) an, um das Gipfeltreffen zu unterstützen, wie aus einem Beitrag auf der Facebook-Seite der Schwedischen Marine hervorgeht. Am Freitag legte zudem der britische Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth in Göteborg (Westschweden) an, worüber Försvarssektorn Nyheter bereits berichtet hat.

Der britische Premierminister Rishi Sunak empfing Ministerpräsident Ulf Kristersson an Bord der HMS Diamond, wo die beiden ein bilaterales Gespräch führten. Im weiteren Verlauf des Tages unterzeichneten die Regierungschefs eine bilaterale strategische Partnerschaft. Laut einer Pressemitteilung der Staatskanzlei umfasst diese unter anderem neue Zusammenarbeit im Bereich Terrorismusbekämpfung und Rüstungsexporte. Weitere Informationen zum Abkommen finden Sie hier.

Am 11. Oktober begann zudem die trilaterale Marineübung Höst 23. Einem Artikel der Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) vom 10. Oktober zufolge besteht das Ziel der Übung darin, gemeinsam das Erkennen und Bekämpfen verschiedener Arten von Unterwasserbedrohungen zu trainieren. Insgesamt nehmen 18 Schiffe aus Schweden, Finnland und Großbritannien teil.

Der Schwerpunkt der Übung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Gaspipeline Balticconnector, die zwischen Finnland und Estland durch den Finnischen Meerbusen verläuft, beschädigt wurde. Der Schaden ist nach einer Erklärung des finnischen Präsidenten Sauli Niinistö wahrscheinlich durch äußere Einwirkung entstanden. Ministerpräsident Ulf Kristersson (M) schrieb am 10. Oktober auf X (ehemals Twitter), dass er ein längeres Gespräch mit dem finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo geführt habe und Schweden Finnland bei der Aufklärung unterstützen werde, wer oder was hinter der Beschädigung der Gaspipeline steckt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm an einem Teil des Treffens per Videoschaltung teil. In einer im Internet übertragenen Ansprache erklärte der Präsident, dass der Westen neue Formen der Zusammenarbeit benötige und die bereits bestehenden stärken müsse.

Nach dem Treffen verabschiedeten die JEF-Länder eine gemeinsame Erklärung, in der unter anderem die Terroranschläge der Hamas in Israel verurteilt und das Recht Israels auf Selbstverteidigung bekräftigt wurden. Darüber hinaus wurde Schwedens NATO-Mitgliedschaft thematisiert, die Unterstützung für die Ukraine bekräftigt und eine Vision für die Weiterentwicklung der JEF-Kooperation vorgestellt.