Die Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (Försvarets materielverk, FMV) hat einen Vertrag im Wert von rund 150 Millionen Schwedischen Kronen mit GKN Aerospace abgeschlossen, um ein mittelgroßes unbemanntes Luftfahrzeug zu entwickeln und zu demonstrieren. Die Initiative soll neue Arbeitsweisen und Produktionstechniken erproben, mit dem Ziel, Schwedens langfristige Versorgungssicherheit und künftige Luftfahrtfähigkeiten zu stärken.

Das Programm umfasst die Entwicklung eines turbojetangetriebenen unbemannten Fahrzeugs mit Rumpf und Teilsystemen, die für verschiedene Auftragstypen ausgelegt sind. Das Programm soll zudem alternative Produktionstechniken sowie effizientere Methoden für die Systemarbeit und Beschaffung demonstrieren.

– Dies ist eine wissensfördernde Tätigkeit, und durch die Herstellung eines größeren unbemannten Luftfahrzeugs erproben wir neue innovative Arbeitsweisen und Techniken. Der Gedanke ist, dass dies skalierbar sein soll – wer eines produzieren kann, soll viele produzieren können, sagt Martin Anderberg, Leiter der Kampfflugzeugsysteme bei der FMV.

Die FMV gibt an, dass das Ziel darin besteht, innerhalb von 18 Monaten von der Idee zur Produktion zu gelangen. Das Programm soll zudem die Möglichkeiten des Einsatzes additiver Fertigung mit verschiedenen Materialien untersuchen und knüpft an das Wegwahlprogramm der FMV für künftige Kampfflugzeugfähigkeiten an.

– Der Gedanke ist, innerhalb von 18 Monaten von der Idee zur Produktion zu gelangen, und das ist eine kurze Zeitspanne für diese Art von größeren, fortgeschrittenen und komplexen Fahrzeugen, sagt Martin Anderberg in der Pressemitteilung.

Der neue Auftrag erfolgt einige Monate nachdem NDS berichtet hatte über die Beteiligung von GKN Aerospace am nationalen Kooperationsprojekt Advanced Manufacturing Coordination Center (AMCC), bei dem additive Fertigung Schwedens Fähigkeit stärken soll, kritische Ersatzteile schnell herzustellen und zu reparieren. Damals betonte das Unternehmen, dass 3D-Druck die Abhängigkeit von globalen Lieferketten verringern und zur erhöhten Einsatzbereitschaft beitragen kann.

Die FMV beschreibt das Demonstratorprogramm als eine Initiative, die neue Erfahrungen für künftige luftfahrttechnische Entwicklungsprojekte liefern soll, wobei der Schwerpunkt auf der Erprobung von Methoden und Arbeitsweisen liegt und nicht auf der Entwicklung eines fertigen operativen Systems.

– Im Unterschied zu vielem anderen, was wir tun, liegt der Fokus dieses Programms nicht auf dem Endprodukt […], sondern auf dem Weg dorthin, sagt Martin Anderberg in der Pressemitteilung der FMV.

GKN beschreibt in seiner Pressemitteilung den Auftrag als eine gemeinsame Arbeit mit der FMV, um neue Lösungen für die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) zu erkunden und Methoden für künftige Projekte zu entwickeln.

– Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie GKN Aerospace und die FMV gemeinsam innovative und effiziente Lösungen erkunden können, die Schwedens Verteidigungsfähigkeit stärken, sagt Stefan Oscarsson, Geschäftsbereichsleiter Governmental Solutions, und fährt fort:

– Bei GKN Aerospace sind wir heute verantwortlich für die Instandhaltung der Triebwerke RM12 und des künftigen RM16, die den Kampfjet JAS 39 Gripen antreiben, was uns ein einzigartiges Verständnis und eine langfristige Rolle in Schwedens Luftverteidigung verleiht.