Finnland und Island haben ein bilaterales Abkommen über eine vertiefte Verteidigungskooperation geschlossen. Die Vereinbarung wurde in Helsinki (Finnland) während des Staatsbesuchs der isländischen Präsidentin Halla Tómasdóttir unterzeichnet – von Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen und der isländischen Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir.
Bei dem Abkommen handelt es sich um ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU), das unter anderem vorsieht, dass die beiden Länder ihre Zusammenarbeit in Bereichen wie militärische Mobilität, Luftraumüberwachung, Verteidigungstechnologie, Forschung, Ausbildung sowie den Austausch von Informationen zu gemeinsamen Sicherheitsinteressen ausbauen.
– Island ist ein wichtiger Verbündeter für Finnland. Wir teilen arktische Kompetenz, die für die gesamte NATO von Wert ist. Dieses Abkommen schafft die Voraussetzungen, um sowohl die bilaterale als auch die nordische Zusammenarbeit weiter zu stärken, sagt Antti Häkkänen in einer Pressemitteilung der finnischen Regierung.
Das neue Abkommen wird von der Regierung als Teil der Bemühungen Finnlands beschrieben, die nordische Verteidigungskooperation zu erweitern. Finnland verfügt bereits über ähnliche Memoranda of Understanding mit allen nordischen Nachbarländern. In der Pressemitteilung wird hervorgehoben, dass die Zusammenarbeit mit Island zunehmend an Bedeutung gewinnt, da die nordischen Länder nun gemeinsam in dieselbe streitkräfteübergreifende Führungsstruktur innerhalb der NATO eingebunden sind.
– Unsere Interessen stimmen überein, nicht zuletzt innerhalb der NATO und der nordischen Verteidigungskooperation NORDEFCO (Nordic Defence Cooperation). Dies ist ein Beitrag zur Stärkung der Rolle Islands in der regionalen Sicherheitsarbeit, sagt Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir gemäß einer Pressemitteilung der isländischen Regierung.
Gemäß dem gemeinsamen Memorandum of Understanding begründet die Vereinbarung keine neuen rechtlichen Verpflichtungen, bildet jedoch einen Rahmen zur Förderung von Dialog, Informationsaustausch und gemeinsamer Planung. Besonderer Schwerpunkt liegt auf der Identifizierung neuer Kooperationsbereiche, etwa in den Bereichen Fähigkeitsentwicklung, Verteidigungstechnologie, Luftraumüberwachung, Übungen und Interoperabilität.


