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Dänemarks Marine wird für die Kriegsführung der Zukunft aufgerüstet

Dänemarks Marine durchläuft eine umfassende Aufrüstung, bei der Software und Flexibilität zentral sind, um zukünftige Sicherheitsherausforderungen zu bewältigen, mit Fokus auf enge Zusammenarbeit mit der Industrie, um sicherzustellen, dass die Systeme relevant und effektiv bleiben. Claus Lundholm Andersen betont die Bedeutung kontinuierlicher Aktualisierungen und Partnerschaften, um die schnelle technologische Entwicklung zu bewältigen und zu vermeiden, dass Militärsysteme veralten, bevor sie überhaupt in Betrieb genommen werden.

Dänemarks Marine wird für die Kriegsführung der Zukunft aufgerüstet

Im Zuge der Aufrüstung der dänischen Marine verändert sich auch das Verständnis davon, wie Verteidigungsfähigkeiten aufgebaut und aufrechterhalten werden. In einem Interview beschreibt Claus Lundholm Andersen von der Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse (DALO – Dänische Beschaffungs- und Logistikorganisation des Verteidigungsministeriums), wie Software, Flexibilität und eine engere Zusammenarbeit mit der Industrie entscheidend werden, um den Sicherheitsherausforderungen der Zukunft zu begegnen.

Beim Navy Tech & Seabed Defence 2026 versammelten sich führende Akteure des Marinesektors zu Diskussionen und Wissensaustausch. In den kommenden Jahren soll die dänische Marine eine umfassende Aufrüstung durchlaufen – eine Strategie, die von Søren Kjeldsen, dem Befehlshaber der dänischen Marine, gemeinsam mit Claus Lundholm Andersen, dem Verantwortlichen für die Marineprogramme bei der Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse (DALO), vorgestellt wurde.

Nach der Präsentation traf Nordic Defence Sector Claus Lundholm Andersen, um ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie Dänemark die künftige Beschaffungsfähigkeit betrachtet und wie das Land plant, kommende Bedarfe zu decken.

Lundholm Andersen beschreibt den Bedarf an maßgeschneiderten Methoden, je nachdem, was beschafft werden soll und wie das jeweilige Projekt gestaltet ist. Flexibilität in der Entscheidungsfindung ist dabei zentral, doch er betont gleichzeitig die Bedeutung von Sorgfalt in den Prozessen – nicht zuletzt angesichts der Komplexität und des Umfangs der Plattformen.

– Einige Projekte eignen sich besser für traditionellere Methoden, während andere einen innovativeren und flexibleren Ansatz erfordern, sagt er und fährt fort:

– Historisch gesehen hat der traditionelle Ansatz häufig eine lange Analysephase gemeinsam mit den Endnutzern umfasst, gefolgt von Ausschreibung, Vertragsabschluss und schließlich Implementierung. Gleichzeitig müssen wir ehrlich sein: Bei sehr großen und komplexen Plattformen müssen wir uns die erforderliche Zeit nehmen. Wir können nicht einfach darüber hinwegeilen, sagt Lundholm Andersen.

Im heutigen Verteidigungsumfeld nimmt Software einen immer größeren Anteil militärischer Systeme ein, was verändert, wie Verteidigungsfähigkeiten geplant, entwickelt und aufrechterhalten werden. Anders als früher, als der Fokus vorwiegend auf Hardware und Mechanik lag, wird die heutige Verteidigungsfähigkeit in hohem Maße durch Software definiert. Das stellt neue Anforderungen an kontinuierliche Aktualisierungen und eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie, um sicherzustellen, dass die Systeme über die Zeit relevant und effektiv bleiben. Laut Lundholm Andersen ist dies sowohl eine natürliche Entwicklung als auch eine deutliche Herausforderung für den Sektor.

– Angesichts dieser Entwicklung wird die Fähigkeit zur kontinuierlichen Software-Aktualisierung absolut zentral.

Er zieht alltägliche Verbrauchertechnologie als Beispiel für Systeme heran, die laufende Aktualisierungen erfordern, um eine hohe Funktionalität zu gewährleisten.

– Wenn man ein Mobiltelefon besitzt, erhält man regelmäßig Updates und kann im Laufe der Zeit neue Funktionen hinzufügen. Diese Art des Denkens müssen wir auch in den militärischen Bereich übertragen. Das ist leichter gesagt als getan. Wir sind auf dem Weg auf Herausforderungen gestoßen, aber wir sind auf dem richtigen Kurs, und wir führen einen engen Dialog mit der Industrie darüber, wie dies in der Praxis funktionieren soll. Sie ringen mit denselben Fragen wie wir, sagt Lundholm Andersen.

Gleichzeitig führt die rasche technologische Entwicklung dazu, dass die Zeithorizonte in der Verteidigungsbeschaffung zunehmend problematisch werden. Große militärische Systeme sind durch lange Entwicklungs- und Lieferzeiten geprägt, während sich die Technologie – insbesondere im Bereich Sensoren und Software – in einem deutlich schnelleren Tempo weiterentwickelt. Das schafft eine Lücke zwischen dem Zeitpunkt der Entscheidung und der tatsächlichen Lieferung, mit dem Risiko, dass Systeme bereits bei ihrer Indienststellung veraltet sind.

– Wenn wir beispielsweise heute ein neues Radarsystem bestellen, stellt sich die Frage: Wie stellen wir sicher, dass es noch relevant und modern ist, wenn es in drei bis vier Jahren geliefert wird, also etwa 2029? Das ist eine erhebliche Herausforderung.

Ein Teil der Lösung liegt laut Lundholm Andersen in einer engeren Zusammenarbeit und einem kontinuierlicheren Dialog zwischen der Industrie und dem Verteidigungssektor als Ganzem.

– Ein Teil der Antwort besteht darin, die Industrie in eine stärker partnerschaftlich geprägte Zusammenarbeit einzubinden, anstatt die Beziehung als reine Transaktion zu betrachten. Das ist nicht die gesamte Lösung, aber es ist definitiv ein wichtiger Teil davon, sagt Lundholm Andersen abschließend.